Steckerfertige PV-Anlagen

Bei steckerfertigen Photovoltaikanlagen handelt es sich um kleine Photovoltaik-Module inklusive Wechselrichter, die direkt an eine Steckdose des eigenen Haus- oder Wohnungsstromkreises angeschlossen werden können. Mitunter werden diese auch als Balkon-Photovoltaik-Anlagen, Plug-In-Photovoltaik-Anlagen oder Mini-Photovoltaik-Anlagen genannt.

Beim Einsatz einer solchen Anlage im Netzgebiet der MVV Netze ist folgendes zu beachten:

Technischer Anschluss

Auch wenn es sich meist um sehr kleine Anlagen mit geringer elektrischer Leistung handelt, sind technische Regeln sowie Anforderungen einzuhalten, die das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) an Photovoltaik-Anlagen stellt. Konkret bedeutet dies:

  • Die Anlage ist in jedem Fall bei MVV Netze anzumelden. Wie das geht, erfahren Sie hier.
    - Die Anmeldung muss durch einen Elektrofachbetrieb erfolgen.
    - Bei Anlagen bis 600 Wp, die an eine bereits vorhandene Einspeisedose angeschlossen werden, ist eine Anmeldung durch den Anlagenbetreiber selbst zulässig (sog. vereinfachte Anmeldung).
  • Eine normgerechte Anwendung kann nur mit einer speziellen Einspeisesteckdose sichergestellt werden. Die haushaltsüblichen Schutzkontaktsteckdosen sind nicht für den Einsatz von Erzeugungsanlagen mit Steckern zugelassen. Die Einspeisesteckdose muss durch einen Elektrofachbetrieb installiert werden.
  • Es müssen die technischen Anforderungen nach § 9 Abs. 2 Nr. 2 EEG eingehalten werden, also die Begrenzung der Einspeiseleistung auf 70 Prozent der installierten Leistung.
  • Da eine Einspeisung in das öffentliche Netz in den meisten Fällen nicht ausgeschlossen werden kann, ist ein Zwei-Richtungs-Zähler zur Messung der eingespeisten Energiemenge unbedingt erforderlich. Die Anlage darf auf keinen Fall hinter einem nicht rücklaufgesperrten Einrichtungszähler betrieben werden.
  • Nach der Installation der Anlage erfolgt eine Abnahme durch MVV Netze, bei dieser Abnahme wird der notwendige Zwei-Richtungs-Zähler gesetzt.

Wirtschaftliche Aspekte

  • Die Anlage muss gemäß Marktstammdatenregisterverordnung (MaStRV) wie jede andere Stromerzeugungsanlage im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur registriert werden. Weitere Informationen dazu unter www.marktstammdatenregister.de.
  • EEG-Umlage auf Eigenverbrauch aus der Photovoltaik-Anlage
    - Bei echtem Eigenverbrauch, also wenn Personenidentität zwischen dem Anlagenbetreiber und dem aus der Anlage versorgten Letztverbraucher herrscht, gilt eine Befreiung von der EEG-Umlage bis 10.000 kWh Eigenverbrauch pro Kalenderjahr. Diese Schwelle kann rechnerisch aber erst von Anlagen mit einer Leistung von mehr als 7,69 kWp überschritten werden.
    - Sollte ein Dritter außerhalb des eigenen Haushaltes mit dem Strom aus der Anlage versorgt werden, ist jedoch die volle EEG-Umlage für den direkt vor Ort aus der Anlage verbrauchten Strom an den Übertragungsnetzbetreiber abzuführen. Die Einspeisung von Überschussstrom in das öffentliche Netz ist keine Belieferung Dritter.
  • Der Betreiber hat Anspruch auf die Förderung nach EEG, sofern alle Anforderungen erfüllt werden. Einige Betreiber verzichten jedoch darauf, da der Abwicklungsaufwand mit dem Finanzamt in Anbetracht des geringen, möglichen Ertrages zu hoch ist.

Team Einspeiser MVV Netze

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